Vergütung

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Für unsere Mandanten setzen wir uns mit all unserem Können, Fachwissen und Engagement ein. Und was für unsere Klienten gilt, gilt auch für uns: gute Arbeit verdient eine angemessene Bezahlung.

Eine Erstberatung kostet für Verbraucher nach der gesetzlichen Regelung maximal 226,10 € (190,00 € zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer). Die gesetzlichen Regelungen zur Anwaltsvergütung sind nicht unkompliziert – wir erklären Sie Ihnen bei unserem ersten Gespräch. Unter dem Menüpunkt Links finden Sie vorab gute Darstellungen zu Anwaltskosten.

Gelegentlich wird von Anwälten mit einer besonders niedrigen Beratungsgebühr geworben. Sie sollten dabei jedoch folgende gesetzliche Regelung kennen: Die Beratungsgebühr wird sowohl bei einer außergerichtlichen als auch bei einer gerichtlichen Vertretung vollständig angerechnet.

Beispiel
Der Arbeitnehmer hat vom Betriebsrat erfahren, dass er eine Kündigung erhalten soll. Daraufhin lässt sich der Arbeitnehmer entsprechend beraten. Nach einer Woche erhält er die Kündigung und muss nun innerhalb von drei Wochen Klage vor dem Arbeitsgericht erheben. Für diese Klage bekommt der Rechtsanwalt eine Verfahrensgebühr. Die Beratungskosten werden dabei vollständig angerechnet. Wenn Beratung 10,00 € gekostet hat, werden auch nur 10,00 € angerechnet. Hat die Beratung hingegen 190,00 € gekostet, werden 190,00 € angerechnet. Wir sind der Meinung, dass es nicht möglich ist, für 10 € eine fundierte Beratung zu erteilen – im Endeffekt schadet es dem Mandanten, wenn zunächst nur oberflächlich recherchiert und beraten wird.

 

 

 

Wie Vergütung von professioneller Tätigkeit nach der Uhr – auch Stundenhonorar oder Zeitvergütung genannt – ist aus meiner Sicht einer der größten Fehler, die sich die Welt gerade geleistet. Professionelle Tätigkeit wie die Beratung durch Experten erfordert einen Experten, der sich die notwendige Zeit nimmt und nicht zu viel arbeitet, auch wenn er seine Arbeit von dem Rest des Tages nicht trennen kann. Professionelle Tätigkeit wird 24 Stunden am Tag geleistet. Wenn ich beim Duschen über das Problem eines Mandanten nachdenke, kann ich nach meinem Verständnis die Zeit für das Duschen nicht dem Mandanten in Rechnung stellen, über dessen Problem ich gerade nachgedacht habe. Das gleiche gilt für langsame Dauerläufe, bei denen man mit einer gewissen Distanz durch die kontinuierliche Fortbewegung Probleme hinter sich lässt und bei denen oft neue Ideen für Lösungen entstehen.

Von Kollegen wird mir berichtet, wie sie mit dem Problem – dass die Uhr nicht zu einer angemessenen Vergütung für professionelle Tätigkeit führt – umgehen. Es gibt da diesen Witz, der gern in den amerikanischen Kulturkreis gelegt wird: Ein Anwalt stirbt und steht vor Petrus. Er macht geltend, versehentlich gestorben zu sein. Er sei erst 40 Jahre alt, habe Familie und kleine Kinder. Er schickt Petrus zu seinem Chef mit der Bitte um Prüfung. Petrus kehrt zurück und sagt: „Du bist schon 80 Jahre alt!" Der Anwalt ist erleichtert und sagt: "Seht Ihr, Ihr habt euch geirrt. Ich bin erst 40 Jahre alt!" „Nein", sagt Petrus. "Wir haben eure Stundenvergütung addiert und danach müsst ihr schon 80 Jahre alt sein."

Was ist nun die Lösung? Einmal gibt es in Deutschland gesetzliche Vergütungsregelungen, die gar nicht mehr so kompliziert sind und in den meisten Fällen zu angemessenen Ergebnissen führen. Die wenigen Fälle, die durch das Gesetz nicht angemessen vergütet werden, sollen dadurch gelöst werden, dass Anwalt und Mandant eine angemessene Vergütungsregelung vertraglich selbst gestalten. Dabei hat der Anwalt natürlich einen gewissen Informationsvorsprung. In dieser Situation kann der Anwalt eine Pauschale oder eine Zusatzvergütung vorschlagen, die das Risiko einer falschen Abschätzung (Aufwand, Ergebnis) mit kalkuliert. Dabei ist ein besonderes Vertrauensverhältnis erforderlich, dass in diesen besonders gelagerten Fällen auch besonders sein sollte.